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Das Leid der Welt: Ursache und Lösung (Teil 2)

All unsere Stärke liegt im Loslassen, d.h. in der Unabhängigkeit und in der Freiheit. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn wir sind winzige, abhängige Wesen. Wir suchen instinktiv nach Zuflucht. Deshalb ist es uns unmöglich, loszulassen, ohne etwas anderes anzunehmen.

Wir können den Geschmack an unserem beengten und beschränkten Leben nur aufgeben, wenn wir ein größeres, weiteres und fröhlicheres Leben annehmen. Deshalb liegt unsere wirkliche Stärke viel mehr im Annehmen als im Loslassen. Oder, anders ausgedrückt: Der Prozess der Entlastung, des Loslassens, ist im Annehmen unseres wahren Potentials bereits inbegriffen. Demut bedeutet, die Güte der Quelle anzunehmen. Der moderne Mensch belächelt Begriffe wie Barmherzigkeit, Gnade und Güte, denn er wähnt sich unabhängig von solchem Unsinn. Diese arrogante Denkweise führt aber unausweichlich in die vollkommene Abhängigkeit von falschen Eliten, die genau aus diesem Grund durch alle ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle diese Philosophie illusorischer Freiheit ohne Unterlass predigen.

Nichts ist leichter zu steuern als entwurzelte Egomanen. Das Leben in seiner ganzen Kraft, Macht, Schönheit, in seinem ganzen Wissen und in seiner ganzen Herrlichkeit anzunehmen bedeutet, es von der lebenden Quelle anzunehmen, und das wiederum bedeutet, die lebende Quelle selbst anzunehmen. Wir müssen lernen, das Wesen der Quelle dem Wesen der falschen Propheten gegenüberzustellen und mit Besonnenheit einen klare Entscheidung zu treffen: Wer liebt uns? Wer hat unser Wohl im Sinn? Wer ist liebesfähig, beziehungsfähig und loyal? Wer verdient unser Vertrauen? Wer wünscht sich unser Glück sehnlicher als sein eigenes?

Wenn wir eine grundsätzliche Lösung erstreben, sowohl für uns selbst als auch für die gesamte menschliche Gesellschaft, dann MÜSSEN wir uns jetzt auf die Suche nach einer eindeutigen Antwort auf all diese Fragen machen. Darin liegen all unsere Freiheit und all unser Glück. Wenn wir frei sein wollen, müssen wir uns an die ursprüngliche Freiheit binden. Wenn wir glücklich sein wollen, müssen wir uns an das ursprüngliche Glück binden, ebenso wie sich ein Fisch, der frei und glücklich sein will, an das Element Wasser binden muss. Der Fisch hat keine Wahl. Wir können uns an die Freiheit oder an die Illusion binden und an eine unendliche Variation von Mischformen zwischen diesen beiden Möglichkeiten. Darin besteht unsere Wahlmöglichkeit. Aber wir haben nicht die Wahl, dieser Wahl zu entkommen. Dies ist ohnedies völlig überflüssig.

Die ursprüngliche Freiheit und das ursprüngliche Glück sind Aspekte des ursprünglichen Lebens. Leben aber ist immer individuelles Bewusstsein, ein ICH-Bewusstsein. Es gibt kein Leben ohne Subjekt. „Ich bin“ oder „ich lebe“ ist ein vollständiger Satz, bestehend aus Subjekt und Prädikat. Es gibt kein Subjekt ohne Prädikat und kein Prädikat ohne Subjekt. Wenn ich sage, „das Sein ist“ oder „das Leben lebt“, dann bringe ich dadurch lediglich die absolute Natur des Lebens zum Ausdruck. Im reinen Leben, im reinen Sein jenseits aller Designationen und Konfessionen, ist jede künstliche Trennung von Subjekt und Prädikat aufgehoben. Dennoch bleiben sie als eigene Aspekte des Lebens ewiglich bestehen. Das ist die Natur des Bewusstseins: Vielfalt in Einheit.

Leben ist niemals unpersönlich, denn die Begriffe “persönlich” und “unpersönlich” verhalten sich zueinander wie Leben und Tod. Gott ist eine Person, individuell wie du und ich. Gott ist ein “ICH BIN”. Er ist der Urgrund alle anderen unzähligen “ICH BIN”-Individuen, von den Atomen bis hin zu den Steinen, Pflanzen, Tieren und Menschen, zu den leitenden Funktionären des Universums und bis hin zu den unzähligen befreiten Wesen in der Welt der Wirklichkeit. Die Quelle ist persönlich, und deshalb sind wir persönlich. Wer behauptet, die Quelle sei unpersönlich, gleicht jemanden, der behauptet, es brauche kein Kraftwerk, denn der Strom käme ohnedies ständig aus der Steckdose. In dem Ausmaß, in dem wir uns weigern, bei dieser Ersten Person schrankenlose Zuflucht zu suchen, werden wir gezwungen, diese Zuflucht notgedrungen bei anderen Kräften zu suchen. Das sollte jedem von uns klar sein. Sind wir uns über deren Ansinnen bewusst?

Ich habe eingangs festgestellt, dass Neid, Angst, Zorn, Hass, Gier, Geiz und Illusion die bestimmenden Wesensmerkmale der modernen Welt sind. Diese Eigenschaften bilden die wahre Grundlage allen Leids und aller Schmerzen überall im Universum. Sie alle entstammen unserer Illusion, zu dieser vergänglichen materiellen Manifestation zu gehören, d.h. ein Teil der materiellen Welt zu sein. Somit entspringen sie ausnahmslos der Illusion, unsere materiellen (physischen und psychischen) Körper mit dem Selbst, d.h. mit uns selbst, gleichzusetzen. Diese Illusion ist die Keimzelle aller destruktiven Eigenschaften, die allesamt Eigenschaften der Welt des Mangels und des Todes sind.

Wir sind spirituelle Wesen, denn spirituell heißt lebendig. Materie ist nichts anderes als Leben, das durch den Schleier des Vergessens bedeckt wird. Es kann in einer Welt Gottes, in einer Welt des Lebens, nichts Totes geben. Das ist unmöglich. Der Tod ist keine absolute Instanz. Er bildet nicht den Gegenpol des Lebens, denn das Leben hat keinen Gegenpol. Wie die Dunkelheit nicht der Gegenpol des Lichts ist, sondern bloß das Fehlen von Licht, so ist der Tod nichts anderes als das Fehlen des Lebens, das Fehlen des Lichts des Bewusstseins, initiiert durch den Missbrauch des freien Willens und mittelbar verursacht durch die bedeckende Energie Gottes.

Nur mit zunehmender Beschränkung des Lebens entsteht so etwas wie eine künstliche Antithese, die Tod genannt wird. Ebenso verhält es sich mit dem Bösen, Schlechten und Falschen. Das Böse ist nichts weiter als ein Fehlen des Guten, ebenso wie Lügen das Fehlen der Wahrheit sind. Das ist der Grund, warum wir im Deutschen von einem „Fehler“ sprechen, wenn es einer Sache oder Tätigkeit an konstruktiver Qualität hinsichtlich eines bestimmen Ziels mangelt. Es ist töricht zu glauben, Gott oder die Natur hätten aus einer Zusammenfügung bedeckten Lebens durch eine „Evolution der Materie“ wahres Leben geschaffen. So denkt nur jemand, der nicht weiß, was Leben tatsächlich ist. So denkt nur jemand, der nicht weiß, wer er selbst ist. Wie soll ein solcher Mensch, der sich selbst nicht versteht, über die Natur der Quelle Bescheid wissen?

Wenn wir von dieser Illusion, die uns all unserer Kraft, Macht und Schönheit beraubt, frei werden wollen, dann müssen wir bei der Quelle Zuflucht suchen. Wir können es nicht aus eigener Kraft erreichen, denn wir haben keine “eigene” Kraft. In dem Ausmaß, in dem wir Gott, die Erste und Ursprüngliche Person verstehen, verstehen wir uns selbst, ebenso wie jemand sich selbst sehen kann, wenn er nach dem Sonnenaufgang die Sonne sieht, deren Licht alle Dunkelheit vertreibt. Die bewusste Verwirklichung unserer ersten Beziehung, unserer ewigen Beziehung zur Quelle, wird uns eine Welt unbeschränkten Wissens und unbeschränkten Glücks eröffnen und uns gleichzeitig völlig immun gegen jegliche Art der Verführung, des Missbrauchs und der Ausbeutung machen. Auf diese Weise werden wir von selbst, ohne weiteres Zutun, von aller falschen Abhängigkeit befreit. Hand in Hand werden wir ebenso von der Illusion erlöst, diese Abhängigkeit für Freiheit zu halten.

Die erste Illusion besteht also im tödlichen Glaube an unsere Abhängigkeit von Materie. Sie ist der Urgrund allen Unglücks. Befreit von ihr werden wir auch frei sein von aller Angst, von allem Zorn, von allem Neid und Geiz. Wir werden lernen, die Welt mit neuen Augen zu betrachten. Wir werden auf allen Ebenen unbeschränkte Klarheit gewinnen, von den banalsten Dingen bis hin zu den erhabensten. Diese Klarheit versetzt uns in die Lage, die Verwirrungen der Politik, der Wirtschaft, der Kindererziehung, der Medizin, der Technik, der Geschichte und aller weiteren Lebensbereiche im wahrsten Sinne des Wortes zu durchblicken. Wir werden befähigt, die größten und erhabensten Wahrheiten des Seins zu erkennen und zu begreifen. Der Urgrund all dieser Herrlichkeit ist die bedingungslose Liebe der persönlichen Quelle.

Hier geht’s weiter mit Teil 3

 

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Das Leid der Welt: Ursache und Lösung (Teil 2) ist Beitrag Nr. 408
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web416 am 23. Februar 2013 um 15:27
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Flutlichter: Kommentare zu aktuellen Themen der Gesellschaft
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