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Das Leid der Welt: Ursache und Lösung (Teil 3)

Dieser Vorgang der Hingabe ist die einzige wahre Religion, jenseits aller sektiererischen und konfessionellen Unterscheidungen.

Es ist keine Religion im üblichen Sinne, es ist einfach die einzige vernünftige Lebensweise. Jede so genannte Religion – welchen Namen sie auch immer tragen mag – kann am Prüfstand dieser Kriterien ihre Echtheit unter Beweis stellen. Wer sich der bewussten Wirklichkeit ergibt, indem er sich der Quelle – dem Ursprung dieser Wirklichkeit – ergibt, erlangt durch die Gnade der Quelle jede Vollkommenheit. “Ihr seid Götter”, heißt es in der Bibel. Wir sind niemals Gott, aber wir sind wie Gott. Ein Gott – viele Götter. Wie der Vater, so die Kinder. Das ist unser Erbe.

Dieser Weg der Hingabe wird in verschiedenen religiösen Traditionen vorgestellt. Aber in keiner spirituellen Tradition dieser Welt wird er umfassender, klarer und autoritativer erläutert als in der ewigen Kultur Gottes, der vedischen Weisheit. Dieses göttliche Wissen wurde dem Oberhaupt des Universums unmittelbar nach der Schöpfung durch das Herz offenbart. Zum einen ist es eine Gebrauchsanleitung für den richtigen Umgang mit dem Universum. Wenn jemand einen Föhn kauft, findet er in der Verpackung ein Handbuch, das den richtigen Gebrauch des Geräts zum Inhalt hat. Es mag darin ein Piktogramm zu finden sein, das eine Person mit Föhn in der Badewanne zeigt, durchgestrichen mit einem dicken, fetten X. Wenn nun jemand diese Warnung missachtet, kann das schlimme Folgen haben.

Es gibt keinen Lebensbereich, der in der vedischen Offenbarung nicht erörtert wird. Ob Musik, Architektur, Kriegsführung, Politik und Diplomatie, Medizin, Technik, Recht oder Kunst; alles ist darin zu finden. Wenn die Menschheit sich an dieses Wissen hält, kann sie die (illusorischen) Schätze der materiellen Manifestation genießen und gleichzeitig lernen, aus diesem falschen Traum zu erwachen.

Damit kommen wir zur zweiten, noch wichtigeren Bedeutung der vedischen Offenbarung. Sie bietet nicht nur materielles Wissen, um möglichst reibungslos im Universum leben zu können. Sie zeigt uns einen klaren Weg, wie wir dieses Gefängnis verlassen und in die Freiheit zurückkehren können. Das ist der spirituelle Teil des vedischen Wissens, der mit den Upanishaden beginnt, im Vedanta-Sutra seine perfekte philosophische Kulmination findet und im Shrimad Bhagavatam, dem natürlichen Kommentar zum Vedanta-Sutra, zur Vollkommenheit praktischer Gotteserkenntnis und Gottesliebe erblüht. Der Weg der Hingabe wird in den Veden mit makelloser Beweisführung und Argumentation als der vollkommene Weg zur vollkommenen Erkenntnis der absoluten Wahrheit dargelegt.

Alle anderen Schriften der Welt, die ebenfalls den Weg der Hingabe beschreiben, sind nichts anderes als Teiloffenbarungen der einen ewigen Wahrheit. Jesus selbst hast das bestätigt: „Ich habe noch viel euch zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen.“ (Johannes 16:12). Wir dürfen nicht vergessen, dass Jesus zu einem Volk predigte, dessen Religion sich in Oberflächlichkeit und Arroganz erschöpfte: “Warum versteht ihr nicht, was ich sage? Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören. Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge. Mir aber glaubt ihr nicht, weil ich die Wahrheit sage.” (Joh 8.43 – 8.45)

Das Verhältnis der Veden zu anderen spirituellen Offenbarungen, die den Weg der Hingabe empfehlen, kann wie folgt dargestellt werden. Es gibt viele Wörterbücher der italienischen Sprache. Es gibt die Ausgabe für Auslandsreisende, klein, handlich, mit den wichtigsten Begriffen zur rudimentären Verständigung: Dov’è il bagno, per favore? Es gibt die Ausgabe für Schüler, die eine relativ begrenzte Auswahl an Wörtern enthält, eine größere Ausgabe für den Studenten und schließlich das umfassende Kompendium der Wörter und Begriffe der italienischen Sprache. Obwohl alle diese Bücher verschieden voneinander sind, sind sie auch eins. Sie alle enthalten ein- und dieselbe Wahrheit, aber dennoch unterscheiden sie sich voneinander, was ihren Umfang betrifft. Diese Analogie beschreibt treffend das Verhältnis der ursprünglichen Offenbarung zu den verschiedenen Teiloffenbarungen.

Und nun geschieht etwas Bemerkenswertes. Wir lesen diese Sätze und können beobachten, was sie in uns auslösen. Was geschieht mit uns? Was geschieht in uns?

Werden wir froh und glücklich über diese wunderbare Botschaft? Oder aber werden wir verärgert? Vielleicht verunsichert? Oder sogar wütend? Oder aber lassen wir die Vorhänge herunter und verschließen uns?

Je nachdem, mit welcher äußerlichen „Religion“ wir uns identifizieren (das kann auch die „Religion“ des Atheismus sein), reagieren wir auf diese ungeschminkte Darstellung der Wirklichkeit auf verschiedene Art und Weise. Während den positiven Reaktionen die Freude über die Erkenntnis der wunderbaren und persönlichen Natur der absoluten Wahrheit, der Wirklichkeit hinter allen Scheinwirklichkeiten, zugrunde liegt, beruhen alle negativen Reaktionen auf der Angst, die durch materielle Anhaftung und Verabsolutierung entsteht.

Es ist natürlich, dass diese Abwehrreaktionen in unserem Geist auftreten. Schließlich sind wir von Beginn unseres Lebens an konditioniert und abgerichtet worden. Niemand hat das absichtlich und bewusst getan. Es ist ganz einfach die Folge unserer Entscheidung für ein Leben in Illusion, die wir vor langer, langer Zeit getroffen haben. Diese Entscheidung hat uns immer wieder in Familien Geburt nehmen zu lassen, die mit unserer subjektiven Einfärbung dieser Entscheidung in Resonanz standen. Niemand hat seine Eltern zufällig bekommen. Ein tiefes Band der Resonanz verbindet uns mit unseren Ahnen. Wenn diese Reaktionen auftreten, sollten wir aber uns selbst zuliebe so ehrlich sein und anerkennen, dass unserem inneren System die scheinbare Sicherheit der Designation, des Schubladen-Denkens, wichtiger ist als die Wahrheit und ein freier und rationaler Zugang zu ihr.

Das Gute daran ist, dass wir nicht unser psychophysisches System und dessen Befindlichkeiten sind. Es ist wie ein Gewand, das wir angelegt haben und auch wieder ausziehen können. Mit unserem wirklichen und ewigen Wesen hat es nichts zu tun. Wir können uns deshalb bewusst dafür entscheiden, uns von den Zwängen dieses Systems zu emanzipieren. Wir sind weder der Geist, noch der Körper. Wir sind Lebewesen, d.h. spirituelle Individuen. Wir sollten unseren Geist beherrschen, nicht umgekehrt. Die Wahrheit kann sich nicht unserer Verwirrung beugen, denn dann wäre sie nicht länger die Wahrheit. Es gibt keine Konkurrenz in der Wahrheit, weil es dort kein Schubladen-Denken gibt. Es gibt dort zwar die Kategorien „wahr“ und „falsch“, aber nicht als Dualität wie in der illusorischen Widerspiegelung. Es gibt dort nur Formen lebendiger Substanz und deshalb keine Äußerlichkeit und kein „Labelling“. In Ermangelung dieser Dinge gibt es dort keine falsche Konkurrenz und keinen sinnlosen Wettbewerb. Es gibt wohl Konkurrenz und Wettbewerb, aber das sind Demonstrationen bedingungsloser Liebe.

Wenn wir über diese Dinge streiten, sind wir Dummköpfe, die das Wesen der Wahrheit nicht begriffen haben. Jemand kann seine Konfession wechseln und vom Hinduismus zum Islam oder vom Islam zum Christentum konvertieren. Möglichst viele Menschen auf die „richtige“ Seite zu bringen ist der Traum aller pseudo-religiösen Fanatiker, einschließlich der Anhänger der Religionen des Atheismus, Agnostizismus und Materialismus. Nur das allein beweist die Unzulänglichkeit dieses Verständnisses. Niemand kann seine wahre Religion, seine ursprüngliche Natur und seine ewige Bestimmung, wechseln; man kann sie nur vergessen.

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Info:
Das Leid der Welt: Ursache und Lösung (Teil 3) ist Beitrag Nr. 415
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web416 am 12. März 2013 um 14:40
Category:
Flutlichter: Kommentare zu aktuellen Themen der Gesellschaft
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