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Das Leid der Welt: Ursache und Lösung (Teil 4)

So wie das ewige Wesen des Zuckers darin besteht, süß zu sein, so besteht unser ewiges Wesen in Dienst. Dieser Dienst ist unsere ewige Religion, der sich niemand entziehen kann.

Aber da wir unser ursprüngliches Wesen vergessen haben – und damit unseren Geschmack an der Herrlichkeit des Dienstes in bedingungsloser Liebe – finden wir den Dienst in der materiellen Manifestation anstrengend, Energie raubend, mühevoll und oft schwierig. „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen…“ (1.Mose 3:19).

Die wahre Aufklärung besteht deshalb nicht darin, die Menschen von einer so genannten Religion zur einer anderen zu locken. Die wahre Aufklärung besteht nicht darin, die Etiketten auszutauschen und aus einem unwissenden Atheisten einen unwissenden Theisten, aus einem unwissenden Hindu einen unwissenden Moslem und aus einem unwissenden Moslem einen unwissenden Christen zu „machen“. Die wahre Aufklärung besteht in Wirklichkeit darin, die Menschen wieder zu ihrem ursprünglichen und reinen Potential bedingungslos liebenden und unbeschränkt mächtigen Dienstes zurückzuführen. Das wird alle Sehnsucht der Seele zufrieden stellen, denn das ist unsere Natur als göttliche Wesen, als ewige Kinder Gottes.

Wir sollten bereit sein, uns über äußerliche Designationen und Etikettierungen – auch in der Form von Konfessionszugehörigkeit –  zu erheben, denn diese verstellen uns den Blick auf die Wahrheit und Wirklichkeit. Das bedeutet nicht, dass es notwendig ist, seine Konfession zu wechseln. Es ist in der Tat vollkommen unerheblich. Echte Religion will niemanden dazu bewegen, von einer Konfession zu einer anderen zu wechseln. Sie will dem Menschen helfen, in die Tiefen der einzigen wahren Religion vorzudringen, die sich weit jenseits materieller Bezeichnungen befindet. Jemand, der sich dieser wahren Religion – der bedingungslosen Hingabe und Liebe zum persönlichen Gott – öffnet, wird von selbst sowohl zum vollkommenen Christen als auch zum vollkommenen Moslem, weil er sich so unweigerlich auch der spirituellen Essenz „seiner eigenen“ Lehre öffnet und in diese einzutauchen vermag. Dann wird sein natürlicher Durst nach mehr spiritueller Information und mehr Verwirklichung erwachen, und zu diesem Zeitpunkt wird er – befreit von Angst und Unwissenheit – imstande sein, die vedische Offenbarung als das größte Geschenk Gottes anzunehmen.

Für viele Christen stellt es ein großes Problem dar, die folgende Aussage Jesu Christi richtig zu verstehen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Aber die Antwort wird einfach, wenn wir uns – weil wir das Prinzip der spirituellen Natur begriffen haben – über die materielle Dualität erheben. So wie es zur Zeit Jesu nur über ihn möglich war, Selbst- und Gottesverwirklichung zu erlangen, so ist es in dieser Zeit ebenso unmöglich, dies ohne die Barmherzigkeit der großzügigsten Inkarnation Gottes und Ihres vollkommenen Geweihten zu erreichen, die diese Aufgabe für die gegenwärtige Zeit übernommen haben. Die verschiedenen Offenbarungen göttlichen Wissens auf diesem Planeten Erde arbeiten nicht gegeneinander, sie ergänzen sich. Es steckt ein großer Plan dahinter, der sich aus vielen Puzzle-Teilchen zusammensetzt. Wir können das nur erkennen, wenn wir unsere sektiererische und separatistische Haltung loslassen.

Mit der Aussage „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ sprach Jesus von einem Prinzip. Es ist das Prinzip des reinen Gottgeweihten, der als spiritueller Meister die unmittelbare Manifestation der Barmherzigkeit Gottes darstellt. Die ewige Institution des spirituellen Meisters ist eine Instanz, die in der ersten direkten Erweiterung der ursprünglichen Persönlichkeit Gottes, Balarama genannt, ihren Ausdruck findet. Balarama ist der ursprüngliche Meister, denn Er führt die verirrte Seele zur Ursache aller Ursachen, zum Allanziehenden, zu dem sich auch Balarama, obwohl Selbst Gott, hingezogen fühlt. Obwohl es also unzählige spirituelle Meister gibt, die diese Aufgabe der Unterweisung der Unwissenden übernehmen, ist das Prinzip des spirituellen Meisters immer eines, vereint in der Person und Liebe Sri Balaramas. Anders ausgedrückt: Obwohl es unzählige spirituelle Meister und Inkarnationen gibt, sind sie als Vertreter des einen ursprünglichen Meisters nicht voneinander verschieden. Der eine Meister erscheint in unzähligen Formen und Variationen.

Es geht hier also nicht um die „äußere“ Person Jesu Christi, um seinen sichtbaren Körper, wie er von bedingten Seelen wahrgenommen wird, sondern um seine innere Qualifikation des reinen Christus-Bewusstseins oder Krishna-Bewusstseins. Sobald wir dies vergessen und unsere Aufmerksamkeit auf die äußere Manifestation richten, fallen wir in den Bereich der Dualität und trennen uns von der spirituellen, inneren Botschaft, die wir nun – in Ermangelung wirklichen Verstehens – nach unserem eigenen Gutdünken deuten und auslegen. Und genau darin besteht das Wesen unserer heutigen Zeit.

Jesus war zu dieser Zeit an diesem Ort tatsächlich der einzige Repräsentant dieses vollkommenen Bewusstseins, weshalb seine Aussage in jeder Hinsicht zutreffend ist. Aber da Gott unbegrenzt ist, ist die Zahl Seiner Söhne und Töchter natürlicherweise ebenso unbegrenzt. Einige dieser Söhne und Töchter sind gefallen und versuchen ruhelos, ihr Glück in den vergänglichen Manifestationen der materiellen Energie zu finden, aber die Mehrzahl lebt in Seiner Gemeinschaft in der ewigen, spirituellen Wirklichkeit. Das Prinzip dieser spirituellen Wirklichkeit ist Christus- oder Krishna-Bewusstsein, auch shuddha-sattva (reine Tugend) genannt.

Manchmal kommt Gott persönlich in die materielle Welt und manchmal Er schickt Seine Geweihten und Diener, um die gefallen Seelen zur Rückkehr in ihre ewige wesensgemäße Stellung unverfälschten Dienstes zu bewegen. Alle diese Persönlichkeiten sind Träger reinen spirituellen Bewusstseins. Es ist nicht notwendig, auf sektiererische und verabsolutierende Art und Weise zwischen der einen und der anderen künstliche Unterschiede zu schaffen. Diese Haltung widerspricht dem Geist der spirituellen Wirklichkeit, denn in dieser Welt gibt es weder Neid noch Konkurrenz. Während sich Jesus Christus, Caitanya Mahaprabhu, Srila Prabhupada und andere Träger reinen Gottesbewusstseins gegenseitig allen Respekt erweisen und sich im Dienste Gottes in Liebe die Hände reichen, streiten unwissende Menschen in der Dunkelheit der materiellen Existenz darüber, wer denn nun der bessere oder gar der einzige Sohn Gottes sei. Das ist sehr töricht. Solange wir diese Mentalität beibehalten, ist unser Aufenthalt in der Dunkelheit der zeitweiligen materiellen Manifestation garantiert.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen jene konstruktive Offenheit und das notwendige  Unterscheidungsvermögen, die beide aus bedingungsloser Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit erwachsen: „Prüfet aber alles, und das Gute behaltet!“ (Thessalonicher 5, 21)

 

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Info:
Das Leid der Welt: Ursache und Lösung (Teil 4) ist Beitrag Nr. 420
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web416 am 26. März 2013 um 16:45
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Flutlichter: Kommentare zu aktuellen Themen der Gesellschaft
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