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Leidet Gott an Alzheimer oder ist er gar ein richtiger Krüppel? Man könnte das meinen, wenn man das folgende Zitat eines berühmten Gurus liest.
“Mensch und Gott sind gegenseitig von höchster Notwendigkeit. Die Menschen brauchen Gott für seine höchsten transzendentalen Verwirklichungen und Gott braucht Menschen für seine absolute irdische Manifestation. Die Menschen brauchen Gott, um seine höchste Wahrheit zu erfahren, seine höchste Existenz. Gott braucht die Menschen, um sich hier auf der Erde auf vollkommene, göttliche und höchste Weise zu manifestieren.”
Das ist das Zitat eines 2007 verstorbenen Gurus. Es klingt heilig und für viele Menschen anziehend, aber es ist geprägt von Neid auf Gott. Das ist überhaupt der springende Punkt in der modernen Esoterik und Spiritualität: Der Neid auf die Höchste Persönlichkeit Gottes in der Form des Monismus durchdringt wie ein dunkler Schleier die ganze Szene.
Dieser Guru spricht in diesem Zitat Gott die Persönlichkeit ab. Dieser kastrierte Gott, der diesem sogenannten Meister hier vorschwebt, braucht den Menschen, weil er sich sonst auf der Erde nicht manifestieren kann. Gott sei reine potentielle Energie und er brauche gewissermaßen unsere Beine, um sich hier auf Erden bewegen zu können. Gott ist also ein Krüppel, der keine eigenen Beine hat. Er braucht den Körper der Menschen, weil er keinen Körper hat.
Das ist absolut geisteskrank, und es interessant anzumerken, dass so viele Menschen diese schwachsinnige Aussage einfach so mir nichts dir nichts schlucken.
Wenn Gott keinen Körper hat, dann stellt sich die Frage, von wo der Mensch den seinen hat.
Diese Narren können das nicht beantworten, auch wenn sie mit vielen Worten ihre Unwissenheit zu verstecken suchen. Neid ist letztendlich der einzige Grund, warum jemand Gott Seinen Körper abspricht.
Tatsache ist, und das wird von allen autorisierten Schriften wie der Bhagavad-gita und dem Neuen Testament bestätigt, dass Gott einen transzendentalen Körper hat, der den Neidischen immer unverständlich bleibt. Sein Körper scheint in Raum und Zeit begrenzt zu sein, aber in Wirklichkeit ist dieser spirituelle Körper die Quelle unbegrenzter Energie. In der Tat ist ALLES eine Erweiterung des Körpers Gottes. Gott und Sein Körper sind nicht voneinander verschieden, denn Er besteht nicht wie unser irdischer Körper aus materiellen Elementen, sondern aus reinem Bewusstsein.
Gott ist eine individuelle Person und eine individuelle Person hat naturgemäß Form und Körper. Wäre Gott keine individuelle Person, wäre unsere Individualität unmöglich. Natürlich versuchen die neidischen Monisten das zu umgehen, indem sie behaupten, wir seien jetzt scheinbar Individuen, aber wenn unsere Illusion überwunden ist, dann erkennen wir (wer wir?), dass wir alle eins sind.
Natürlich ist das keine Erklärung. Ein Schauspieler mag Hamlet spielen, aber das bedeutet nicht, dass er sich in Luft auflöst, wenn er sein Kostüm auszieht. Ebenso ist unser materieller Körper der eindeutige Beweis dafür, dass wir individuelle Persönlichkeiten sind. Das Problem ist, dass wir jetzt illusorische Rollen spielen und unsere echte Persönlichkeit vergessen haben. Das Gegenteil von illusorischer Individualität ist nicht Nichtindividualität oder undifferenziertes Einssein, sondern ewige und wahre Individualität.
Eine andere moderne Spielvariante dieser monistischen Idee besteht darin, dass wir ursprünglich alle undifferenziert spirituell eins waren, jetzt aber durch unsere Erfahrungen in der materiellen Welt zu spirituellen Individuen geworden sind.
Beiden Vorstellungen liegt die irrige Vorstellung zugrunde, etwas ohne Individualität könnte irgendwie irgendwann zu einer illusorischen oder echten Individualität werden. Die natürliche und klare Erklärung lautet, dass Individualität immer vorhanden ist, dass aber das Lebewesen – im Gegensatz zu Gott – diese Individualität entweder vergessen oder mit einer künstlichen Individualität überstülpen kann.
Die Idee, Gott brauche den Menschen, damit Er vollkommen sei, ist eine atheistische Anmaßung und Dummheit. Dieser Meister mag allerlei Kräfte entwickelt haben, aber letzten Ende bleibt er ein Dummkopf.
Dieser Meister hat auch behauptet, Gott sei nicht voll manifestierte Göttlichkeit, wohingegen der Mensch nicht voll bewusste Göttlichkeit sei. Das ist im Prinzip das Gleiche, was eingangs gesagt wurde.
Der Mensch ist also Gott, nur ist er sich dessen nicht bewusst. Nicht nur, dass Gott ein Krüppel in seinen arroganten Augen ist; nun leidet Gott in seinen Augen auch noch unter Alzheimer oder Amnesie.
In Wirklichkeit seien wir Gott, lautet dieser Irrsinn, aber wir haben es vergessen. Wenn jemand Gehirn für zwei Cent zwischen den Ohren hat, wird er in Lachen ausbrechen ob solcher Dummheit. Allein diese Tatsache, dass wir vergessen, ist der unumstößliche Beweis dafür, dass wir zwar prinzipiell göttlich, aber nicht die Ursprüngliche Persönlichkeit Gottes sind.
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Manchmal wird auch behauptet, unser Leben hier sei unser göttliches Lila (Spiel). Diese Behauptung spiegelt die Feigheit und den Selbstbetrug dieser Narren wider. Jeder, der nur ein bisschen aufrichtig ist, weiß aus tiefstem Herzen, dass er sich oft hilflos und ausgeliefert fühlt und von bewusstem Spiel keine Rede sein kann. Man sollte zum Lila dieser Dummköpfe beitragen, indem man ihnen zur Steigerung ihres Lila-Genusses mit einem Stock recht fest auf den Schädel schlägt.
Gott ist weder ein Krüppel noch leidet Er unter Alzheimer. Vielmehr ist Er allwissend und allmächtig.
Ein anderes Zitat bringt uns weiter:
“Daher hatte Sri Ramakrishna auch große Achtung vor jedem Weg zu Gott und versuchte stets, das gemeinsame, das Vereinigende zu betonen. Den großen Gelehrtenstreit seiner Zeit, ob Gott nun Form habe oder formlos sei, schlichtete aufgrund seiner eigenen Gotteserfahrung mit einer einfachen Erklärung: Gott kann man mit Form verwirklicht werden, Gott kann aber auch formlos sein – man dürfe Gott keine Grenzen setzen…”
Ja, Gott ist sowohl persönlich als auch unpersönlich. Aber es muss absolut klar sein, dass der persönliche Aspekt der ursprüngliche Aspekt Gottes ist. Niemals kann die Form Gottes unter dem Gesichtspunkt des Antropomorphismus oder sonst einer Einbildung korrekt verstanden werden.
Wir machen tagaus tagein die Erfahrung, dass Menschen Energie haben. Es ist nicht so, dass seine Arbeitsenergie den Menschen macht, sondern der Mensch manifestiert Arbeitsenergie. Ohne die Persönlichkeit dahinter hat Energie nicht die geringste Bedeutung.
Stellt euch vor, da gibt es so viel Energie, Licht, Wärme, Häuser, Autos, aber keine Personen, keine Individuen. Alles wäre bedeutungslos.
Oder: Ist zuerst das Haus da, die Energie, oder aber die Person?
Letztendlich muss sogar gesagt werden, dass die unpersönliche Erfahrung Gottes daraus resultiert, dass man von Seiner Energie geblendet wird und so blind ist. Wenn jemand in die Sonne sieht, wird er so vom Sonnenlicht geblendet, dass er vor lauter Licht den Sonnenplaneten nicht mehr zu erkennen vermag. Aber in Wirklichkeit ist dieses ihn blendende Licht auch eine Ansammlung vieler, vieler individueller Persönlichkeiten.
Es gibt nichts, was nicht persönlich wäre in der Wirklichkeit, angefangen vom kleinsten Atom bis zur Höchsten Persönlichkeit Gottes. Aber diesen transzendentalen Persönlichkeitsaspekt kann nur jemand erkennen, der Gott als Ursprüngliche Person begriffen hat.
Shri Caitanya Mahaprabhu hat die Vollkommenheit aller Philosophie ein für alle Mal etabliert:
Wir sind eins mit Gott und gleichzeitig von Ihm verschieden.
In Seiner legendären Lehre des Achintya-Bheda-Abheda-Tattva hat Er dieses Problem ein für alle Mal gelöst. Wir sind göttlich, aber wir sind nicht die Höchste Person.
Warum ich das so betone?
Wer glaubt, Gott zu sein, erweist sich als der größte Narr, der sich selber unbegrenzten Schaden zufügt. Ich möchte das Meinige dazu beitragen, um das zu verhindern.
Erstens wird er niemals zu Gott werden, weil man Gott nur sein, nicht aber werden kann.
Zweitens beraubt sich ein solcher Narr der unendlichen spirituellen Wirklichkeit vollkommener Liebe. Liebe kann nur dann als das Wertvollste angesehen werden, wenn man Gott als die ursprüngliche individuelle Person zu begreifen vermag. Ohne Gott als Person anzuerkennen ist das Reden von Liebe nur sinnloses Geschwafel. Liebe ohne Persönlichkeit ist wie ein Fest ohne Teilnehmer.
Bedingungslose Liebe ist nicht die subtilste Illusion, sondern ewige erhabene Realität.
Und drittens wird man ohne die Zuflucht der Höchsten Person mit absoluter Sicherheit ein Opfer dämonischer Einflüsse und Machenschaften werden, da nur jemand völlig frei und unabhängig sein kann, der bei den Lotusfüßen der Höchsten Persönlichkeit Gottes bedingungslos Zuflucht gesucht hat.
Es funktioniert immer noch nicht, sich an den eigenen Schuhbändern hochzuziehen, auch wenn ein sogenannter Meister einem das einreden mag. Es besteht aber auch noch immer keine Notwendigkeit dazu.
Zum Wohle aller!
Friedrich Asen
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