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Echter Genuss in einer echten Welt

Die essentiellste Frage des Lebens lautet: Gibt es Gott und können wir Ihm vertrauen? Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Qualität unseres ganzen Lebens ab, weshalb sie von entscheidender Bedeutung für uns alle ist.

Ob bewusst oder unbewusst, jede unserer Lebensäußerungen, jeder Gedanke, jede Emotion, jede Handlung, jede Entscheidung, jeder Erfolg und jeder Misserfolg wird von dieser Frage durchdrungen und bestimmt. Wenn es uns gelingt, diese eine Frage zu lösen, dann haben wir damit die endgültige Lösung für alle unsere Probleme gefunden.

Die Menschen der modernen Welt haben keine Zeit mehr, sich mit solch essentiellen Fragen auseinanderzusetzen. Sie verschwenden ihre Zeit mit einem immer härter werdenden Kampf ums Überleben, von dem sie sich mit sinnentleerter Freizeitbeschäftigung, im Neudeutschen „fun“ genannt, ablenken. In ihrer Dummheit können sie nicht begreifen, dass diese Verantwortungslosigkeit die Ursache einer dunklen und leidvollen Zukunft ist.

In der offenbarten vedischen Literatur wird erklärt, dass diese Erscheinungswelt von drei Grundqualitäten beherrscht wird: Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit. Leidenschaft und Unwissenheit bilden die beiden Pole, zwischen denen sich die materielle Welt manifestiert: Materie und die Identifikation mit Materie auf der einen Seite und materielleTätigkeiten zur Ausbeutung der Materie auf der anderen. Diese beiden Pole sind auch als männliches und weibliches Grundprinzip bekannt.

Tugend bedeutet, die Trennung dieser beiden Pole zu überwinden. Jemand, der die Erscheinungsweise der Tugend kultiviert, kann mehr und mehr verstehen, dass alle Manifestationen, die durch die Anregung des materiellen Urfelds innerhalb der beiden Pole Unwissenheit und Leidenschaft erzeugt werden, zeitweilig und illusorisch sind. Es sind bloße Simulationen, vergleichbar den Kulissen eines Theaterstücks oder einer digitalen Computerwelt. Die echten, substantiellen Dinge sind jenseits dieser Polarität in der ewigen spirituellen Wirklichkeit zu finden.

Tugend bedeutet ewiges Leben, Liebes- und Beziehungsfähigkeit, Freiheit, Schönheit, Gesundheit, Kraft und Energie im Überfluss, vollkommenes Wissen in vollem Bewusstsein. Reine Tugend (shuddha sattva) ist unser ursprüngliches, wahres Wesen und die Quelle allen Glücks. Das ist auch der Grund, warum es uns niemals möglich sein wird, in der materiellen Simulation glücklich zu werden. Wir sind von unserem Wesen her ebenso echt und substantiell wie die Wirklichkeit, die für unsere Augen von den zeitweiligen und substanzlosen materiellen Manifestationen verdeckt wird. Ebenso wie ein Fisch nur im Wasser glücklich leben kann, so können wir nur in einer Welt glücklich sein, die unserem ureigensten Wesen entspricht, das da lautet: Sat, cit, ananda; Ewigkeit, vollentwickeltes Bewusstsein und Glückseligkeit. Wir dürsten nach echten Dingen und nicht nach künstlichen Imitationen, gebildet aus lebloser Materie. Diese echten Dinge finden wir in der spirituellen Wirklichkeit reiner Tugend. Die materielle Manifestation ist nichts weiter als eine zeitweilige Imitation dieser ewigen Wirklichkeit.

Viele Christen, die sich bemühen, ein frommes, tugendhaftes Leben zu leben, stocken gewissermaßen ihr Karma-Konto auf, damit sie dann im “Himmel” oder sonst wo so richtig loslegen können. Sie wollen sich auf diese Weise materiellen Genuss “verdienen”, ohne zu verstehen, dass materieller Genuss nichts weiter als eine Schimäre ist, eine Fata Morgana in der Wüste.

Erst wenn wir bereit sind, die Illusion so genannten materiellen Genusses loszulassen, können wir den erlesenen und betörenden Geschmack reiner Tugend, d.h. reinen und voll bewussten Lebens, erfahren. Es ist nicht so schwer, das Konzept materiellen Genusses aufzugeben. Wir sind Lebewesen, wir sind lebendig, und Materie, die wir zu genießen versuchen, ist tot. Daraus entsteht eine inkompatible Situation, die uns niemals zufriedenstellen kann. Materie ist in Wirklichkeit ungenießbar. Sie vermittelt uns nur die Illusion des Genusses, und das auch nur vorübergehend. Es ist so etwas wie eine Simulation, eine Vorspielung.

Wir haben diese Art des Genusses vielleicht schon einmal im Traum kennengelernt. Wir mögen in einem Traum von großem Durst geplagt werden. Wenn wir nun versuchen, diesem Problem abzuhelfen, indem wir in unserem Traum unser Lieblingsgetränk trinken, verspüren wir kurz tatsächlich so etwas wie Befriedigung. Aber ehe wir uns versehen, kehrt derselbe Durst zurück, den wir aufs Neue mit irgendeinem Getränk zu löschen versuchen. Aber alle diese Versuche bringen keine wirkliche Zufriedenheit. Erst wenn wir aufwachen und tatsächlich etwas trinken, wird unser Bedürfnis gestillt.

Nur Lebewesen sind genießbar, weil nur Leben echt und genießbar ist. Aber der Genuss von Lebewesen ist als spiritueller Genuss von grundsätzlich anderer Beschaffenheit als der Genuss materieller Objekte. Alle Formen dieser Welt, selbst Gedanken und Emotionen, sind materielle Objekte. Sie können nicht wirklich genossen werden, weil ihnen alle Substanz fehlt.

Der Genuss von Lebewesen ist dem Genuss toter Materie entgegengesetzt. Wenn wir Materie genießen, sehen wir uns als Genießer in Form von grober oder subtiler Kontrolle, Manipulation und Ausbeutung. Wir stehen im Mittelpunkt des Genusses, und letztendlich dreht sich alles um uns. Das gilt auch für sogenannte Wohlfahrtsarbeit, Altruismus und Philanthropie. Wir bezahlen diesen Genuss mit dem Preis zunehmender Isolation, Vereinsamung und Entfremdung.

Ein Lebewesen lässt sich nur genießen, wenn wir uns seinem innersten Wesen öffnen. Jedes Lebewesen birgt in sich, unbewusst oder bewusst, nur einen einzigen Wunsch, und das ist der Wunsch nach dem grenzenlosen Austausch bedingungsloser Liebe. Alles, war wir im Traum des materiellen Lebens tun, ist einzig und allein der Versuch, das unendliche Glück, das sich aus diesem Austausch ergibt, durch künstlichen materiellen Genuss zu erlangen. Aber das ist unmöglich, ebenso wie ein Fisch unmöglich außerhalb des Wasser glücklich werden kann, auch wenn ihm jede Art von Sinnengenuss angeboten wird. Ein Lebewesen lässt sich also nur genießen, wenn wir es bedingungslos lieben.

 

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Info:
Echter Genuss in einer echten Welt ist Beitrag Nr. 437
Author:
web416 am 17. April 2013 um 18:42
Category:
Philosophie und Wissenschaft
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