Es herrschen viele kontroverse Ansichten bezüglich Astrologie. Erst kürzlich habe ich einen Text gelesen, in dem behauptet wurde, Astrologie sei die unwissenschaftliche Vorläuferin der Astronomie (Sternenkunde) gewesen. Das beziehe sich auf eine Zeit, als die Menschen in ihrer Primitivität noch an die Macht der Gestirne glaubten und diese personalisierten und vergöttlichten.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte aber lernten die Menschen, die Naturgesetze hinter den Erscheinungen der Welt zu verstehen. Die Planeten, ehemals göttliche Kräfte, wurden nun zunehmend als das gesehen, was sie immer waren: Leblose Materietrümmer, die ihre Bahn durch das Weltall ziehen, indem sie unpersönlichen und absichtslosen Gesetzen der Natur folgen.
Das Interessante an dieser Sichtweise ist, dass sie nichts gegen die Wissenschaft der Astrologie vorbringt. Selbst für den Fall, es handle sich um bloße Materietrümmer, die durchs Weltall fliegen, ist es offensichtlich, dass auch von diesen Kräfte und Energien ausgehen, die das Leben auf der Erde beeinflussen. So werden die verschiedensten irdischen Phänomene, wie etwa Ebbe und Flut, mit der Kraft des Mondes in Zusammenhang gebracht.
Wenn nun der Mond die riesigen Wassermassen der Erde derart beeinflusst, stellt sich die Frage, ob er nicht auch Auswirkung auf das Wasser in unseren Körpern hat. Darüberhinaus mag der Mond Energien ausstrahlen, die viel subtiler sind als diejenigen, die von der groben materiellen Wissenschaft anerkannt werden. Mit diesem Gedankengang sind wir nun dabei angelangt, ganz klar und direkt einen Paradigemenwechsel in die Diskussion einzubringen.
Ein Wissenschaftler mag sagen, die Energien der Planeten seien nicht in der Lage, das Schicksal der Menschen vollständig zu bestimmen. Ja, es gäbe naturwissenschaftlich erklärbare Wirkungen der Planeten auf der Erde und damit auf die Menschen, aber diese seien begrenzt. Was bestimmt dann das Schicksal der Menschen? Der blinde Zufall?
Letzen Endes läuft alles auf diese Frage hinaus: Was war zuerst da: Die bewusste Person, oder die unbewusste Materie? Wir wissen, wie die moderne Naturwissenschaft diese Frage beantwortet. Aus einem unerklärliche Urknall entstand alle Materie, aus der sich durch Evolution Leben entwickelte, das nun im Menschen seinen Höhepunkt erreicht.
Lass uns die obige Frage anders formulieren: Was war vorher da: Das Haus, oder dessen Bewohner? Die Antwort ist offensichtlich. Die Bewohner des Hauses waren zuerst da, sie haben das Bedürfnis verspürt, in einem angemessenen Heim zu wohnen und haben so einen Prozess in Gang gesetzt, der in die Entstehung eines Hauses mündete. Sowohl dieser Prozess als auch das Ergebis desselben, das Haus, setzen als Grundbedingung die bewusste Absicht bewusster Lebewesen voraus.
Stellen Sie sich vor: Da steht in toll eingerichtetes Haus, aber niemand will darin wohnen und niemand hat’s gemacht. Woher kommt es? Blöde Frage, vom Zufall natürlich. Dieser Herr Zufall, oder ist es eine Dame, möchte ich gerne kennenlernen. Die Wissenschaft hat ihm die Attribute Gottes verliehen.
Schlußfolgerung: Nichts im Universum entsteht ohne Bewusstsein. Die Kraft des Bewusstseins ist die ursprüngliche Kraft jeder Schöpfung. Auch die Planeten sind nicht zufällig entstanden, sondern sind perfekt geschaffene Wohnorte für Lebewesen auf verschiedenen Stufen der spirituellen Evolution. So, wie in Haus von seinen Bewohnern belebt wird, so werden die Planetenhüllen von ihren Bewohnern belebt, allen voran von der vorsitzenden Persönlichkeit eines jeden Planeten. Diese Persönlichkeiten sind in der universalen Hierarchie den Menschen weit übergeordnet, und sie haben die Aufgabe, das Schicksal der Menschen streng nach Plan zu verwalten. Sie setzen die Wünsche der Menschen in Beziehung zu den verschiedensten Energien, die so für die Erfüllung des Schicksals auf der Grundlage der freien Willensentscheidung sorgen.
Ein Astrologe ist deshalb als Wissenschaftler dem Astronomen haushoch überlegen. Der erste befasst sich mit Qualitäten, der zweite bloss mit Quantitäten, weshalb ihm der wahre Sinn des Lebendigseins auf ewig verborgen bleibt. Er gleicht einem Menschen, der den Inhalt eines Buch verstehen möchte, indem er es quantitativ erfasst. Er misst es, er wiegt es, untersucht es auf seine chemischen Eigenschaften, auf seine Zusammensetzung, untersucht die Struktur des atomaren Aufbaus etc. Der andere Mensch liest das Buch und klinkt sich so in das qualitative Bewusstseinsfeld des Autors ein.
Wer der beiden wird wohl mehr verstanden haben?
Astrologie nimmt die Erkenntnisse der Astronomie und erfasst sie qualitativ im Sinne eines praktischen und unmittelbaren Lebensverständnisses. Astronomie ist unpersönlich, Astrologie ist persönlich. Während falschverstandene und isolierte astronomische Betrachtungsweisen auf dem Wunsch nach Manipulation und Kontrolle beruhen, beruht Astrologie auf offenen Beziehungen und lebendiger Kommunikation, die dem Astrologen erlaubt, tief in die Zusammenhänge der Wirklichkeit und somit kollektiver und individueller Schicksale einzudringen.