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Warum

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Eines ist den „großen Helden“ unserer Zeit nicht klar: Die Macht der Höchsten Person ist unbezwingbar. Da mögen Besserwisser in Internetforen die Tatsache der Existenz Gottes belächeln, verspotten und verhöhnen: Das Erheiterndste daran ist, dass es exakt dieser verleugnete Gott ist, der unseren engagierten Freunden Gedanken eingibt und in die Tastatur hämmern lässt.

Denn haben Sie schon einmal darüber nachgedacht: Wie funktioniert das? Ich will „s“ schreiben und mein kleiner Finger tippt auf das „s“ auf meiner Notebook-Tastatur. Ja, da wird jetzt natürlich neunmal klug dahergeredet, von wegen Nervenbahnen, Neuronen, Gehirn, Synapsen und andere Kunstwörter, was vielleicht alles ein klein wenig Licht auf das WIE des Vorganges werfen mag. Aber WARUM das Ganze geschieht, das wird uns leider ausnahmslos verschwiegen.

 WARUM kann ich mich bewegen? Evolution hin oder her, niemand in der Welt kann mir auf wissenschaftlich annehmbare Weise sagen, warum ich mich überhaupt bewegen will. Zuerst kommt das WARUM, dann kommt das WIE. Die Wissenschaft ist natürlich sehr mit dem WIE beschäftigt, möchte sie doch herausfinden, wie alles funktioniert, um es dann nachzuahmen und so die Materie zu kontrollieren.

 Das Entscheidende am WARUM, an der Kausalität, ist der Umstand des Bewusstseins. Und dieser Umstand ist für alle Wissenschaft ein Angstthema. Viele führen große Klappe, keiner weiß, was es ist. Da wird im Gehirn gesucht, in diesem und jenen Lappen, aber gefunden hat es bislang keiner. Ja, wir kennen alle diese hohlen Versprechungen auf den Titelseiten von Hochglanzmagazinen: „Sitz des Bewusstseins entdeckt. Wissenschaftlern ist es das erste Mal gelungen, den Sitz des Bewusstseins im Gehirn des Menschen zu lokalisieren“. Und dann sage ich dazu: „Ja, und dann bist du aufgewacht mit einer angepinkelten Pyjama-Hose“.

 Ein simples, aber erhellendes Beispiel: Man sieht ein Auto auf der Straße fahren. Kein so überraschender Anblick, aber von ungeheurer Tragweite. Nicht nur, dass der Wagen bergabrollt, man sieht, dass er genau dem Verlauf der Straße folgt, sogar bergauf, was auf eine intelligente Steuerung schließen lässt. Ja, und wäre das nun das einzige Auto auf der Welt, dann würde das schon viel Aufhebens verursachen. Wissenschaftler würden den Wagen stoppen und sich darüber hermachen. Motor, Fahrwerk, Chassis, nichts bleibt verschont. Alles wird gründlichst untersucht. Was steuert dieses Fahrzeug?

 Evolutionstheoretiker überschlagen sich in ihren Mutmaßungen, mit vor Aufregung sich überschlagenden Stimmen. Philosophen spekulieren über funktionale Systemtheorie, Kybernetik und Rückkoppelung. Da schreit ein Bub: „Da sitzt ja einer“. Aber niemand achtet auf ihn. Natürlich sitzt da einer. Das lässt sich wohl am besten mit „Binsenweisheit“ umschrieben. „Ja, wozu glaubst denn sind die Sitze da, du Schlaumeier. Dummer Bub du.“

 Und so sitzt dieser Mann auf dem Fahrersitz und weiß nicht, was ihm nicht geschieht. Niemand würdigt ihn eines Blickes. Aber an seinem Fahrzeug, da wird untersucht und gewerkelt, tausend Elektroden angeschlossen, zerlegt und vermessen.

„Wen suchen die denn da“, fragt der Fahrer. „

Ich weiß es nicht mehr“, sagt der kleine Bub, „aber ich hab’ so das Gefühl, die suchen dich!“

„Aber da bin ich ja!“

„Ja“, sagt der Bub, „aber sie sagen, das sei zu einfach.“

 

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Info:
Warum ist Beitrag Nr. 235
Autor:
Friedrich Asen am 14. Juli 2010 um 14:16
Category:
Philosophie und Wissenschaft
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